Benötige ich eine Baugrunduntersuchung - wie verhält sich das mit dem „Baugrundrisiko“?

Das „Baugrundrisiko“ ist in keinem Gesetz oder in Verdingungsordnungen für Bauleistungen (VOB) verankert. Es hat sich als ein juristisches Problem herausgebildet.

Das „Baugrundrisiko“ umschreibt das Problem, wenn mit dem Anlegen der Baugrube Boden- und Grundwasserverhältnisse angetroffen werden, die von den erwarteten und damit in den Ausschreibungen beschriebenen Verhältnissen abweichen. Im ungünstigen Fall können daraus Mehrkosten und/ oder längere Bauzeiten entstehen, das Bauvorhaben nicht in der geplanten Art und Weise weitergeführt werden oder / und Mängel am Bauwerk auftreten.

Mängel am fertig gestellten Bauwerk, deren Ursache in ungenügend auf die bestehenden Bodenverhältnisse abgestimmten Gründungen bzw. auf ungeeigneten Vorkehrungen zur Verhinderung des Eindringens von Grund- bzw. Stauwässern in unterkellerte Bauteile liegen, sind nicht selten und haben häufig kostspielige Sanierungsarbeiten bzw. erhebliche Schadensersatzansprüche zur Folge.

Nach der Rechtssprechung wird das „Baugrundrisiko“ eindeutig dem Bauherrn zugewiesen.

Im Rahmen einer Baugrunduntersuchung werden zur Erkundung des Bodenaufbaus in der Regel Sondierungen / Bohrungen ausgeführt. Über die so erhaltenen stichprobenartigen Erkenntnisse, gegebenenfalls unterstützt durch Feld- und Laborversuche, wird versucht, ein möglichst zutreffendes räumliches Abbild der Untergrundverhältnisse zu gewinnen. Aus den daraus abgeleiteten Baugrundeigenschaften und -kennwerten werden die auf die jeweilige geplante Baumaßnahme bezogenen Gründungsempfehlungen und baugrundseitigen Angaben zur Gründungsbemessung erarbeitet.

Die auf der Grundlage der DIN 4020 vorgenommene Baugrunduntersuchung soll das „Baugrundrisiko“ verringern, baugrundseitigen Bauschäden vorbeugen und Grundlage zur Erarbeitung einer optimalen und sicheren Gründungslösung durch den Planer / Statiker sein.
Auch wenn sich der Bauherr von dem „Baugrundrisiko“ nicht befreien kann, kann dieses aber doch deutlich minimiert werden, wenn er entsprechende Fachleute, wie unser Büro, mit der Baugrunduntersuchung beauftragt.

Da die Daten zum Baugrund bereits in der Planungsphase benötigt werden, sollte die Baugrunduntersuchung so früh wie möglich erfolgen.